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Ständige Diskussion um die Hausarbeit

Seit wir ein Kind haben und ich nur noch Teilzeit arbeite, drehen wir uns, was die Hausarbeit angeht, im Kreis: Er meint, er arbeite den ganzen Tag und brauche daher zuhause nicht mehr viel machen. Ich sage, ich mache den ganzen Haushalt, was er nicht einsieht. Wir streiten nur noch.

Das Problem erleben viele Paare nach der Geburt eines Kindes. Häufig geht es weniger ums Putzen, Einkaufen oder Wäsche machen, vielmehr um die Frage: Siehst du eigentlich, was ich den ganzen Tag mache? Wenn beide das Gefühl haben, zu wenig Anerkennung zu bekommen, entsteht ein Kreislauf aus Vorwürfen und Rechtfertigungen. Eine Hilfe: Sich die Tatsache bewusst zu machen und statt Kritik Gefühl und Wunsch zum Ausdruck bringen: Ich habe das Gefühl, dass du gar nicht siehst, was ich alles mache. Ich wünsche mir mehr Wertschätzung für das, was ich den ganzen Tag leiste. Wichtig dabei anzuerkennen, dass der andere auch eine 40-Stunden-Woche hat. Das entschärft oft die Situation. Konkret könnt ihr folgendes tun:

1. Eine Woche lang alles sichtbar machen

Viele Konflikte entstehen, weil ein großer Teil der Familienarbeit unsichtbar bleibt.

Schreibt deshalb eine Woche lang mit Zeitangabe auf: Einkaufen, Kochen, Wäsche, Kinder anziehen, Arzttermine organisieren usw. Oft erleben beide dabei eine Überraschung. Nicht um Schuldige zu finden, sondern um zu verstehen: Ach, das machst du alles nebenbei? Das war mir gar nicht bewusst.

2. Aufhören zu diskutieren, wer mehr macht

Die Frage Wer macht mehr? führt fast immer in eine Sackgasse. Er sieht seine Arbeitsstunden. Du siehst die Hausarbeit und Kinderbetreuung. Beide sehen vor allem die eigene Belastung. Vielmehr könntet ihr fragen: Wie können wir die Aufgaben so verteilen, dass es für beide fair ist? Fair bedeutet nicht automatisch 50:50.

3. Aufgaben vereinbaren

Verantwortlichkeiten verteilen, z. B.: Er übernimmt vollständig die Wäsche. Du übernimmst vollständig die Einkäufe. Wer verantwortlich ist, denkt selbst daran. Das reduziert Diskussionen.

4. Das Thema nicht im Streit besprechen

Hausarbeitsgespräche funktionieren selten, wenn gerade jemand genervt ist. Plant stattdessen einen Termin ohne Kind und Ablenkung. Folgende Fragen können helfen:

  1. Was läuft gut?

  2. Was belastet mich?

  3. Welche konkrete Aufgabe möchte ich abgeben?

  4. Was probieren wir die nächste Woche aus?

Das Problem ist nicht der andere. Das Problem ist die fehlende Sicht auf uns beide. Mit einem Perspektivwechsel und der einen oder anderen Anpassung könnt ihr die Situation entschärfen.

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